Tag 4 Ring of Kerry

Fast ausgeschlafen! Ein herrliches Gefühl! Da wir direkt an der Unterkunft abgeholt werden, können wir Mary`s irisches Frühstück ganz in Ruhe geniessen. Zwei kleine Bratwürstchen, zwei Scheiben Speck und ein Spiegelei, dazu Kaffee und Toast. Klingt abenteuerlich , aber wir sind tapfer, probieren und siehe da: Es schmeckt richtig gut. Und es hält lange vor. Danke Mary!

Frisch gestärkt werden wir um kurz vor zehn abgeholt und zum eigentlichen Startplatz unserer heutigen Rundreise in Killarney gebracht. Hier besteigen wir einen bequemen Bus und Dennis, unser Fahrer wird uns in den nächsten Stunden ein herrliches Stück Erde zeigen.

Der zweite Tag der Rundreise - der Ring of Kerry soll wunderschön sein
Die Reisegruppe war jeden Tag neu zusammengesetzt - aber ohne Kamera war niemand!

Endlich starten wir und schon bald grüßen die ersten hohe Berge Irlands - sie sehen aus wie Hügel, sind aber bis zu 1040 Meter hoch!

Ein Berg auf der Halbinsel Iveragh, deren Küstenstraße den Namen Ring of Kerry trägt
Dort unten ist der Atlantik und Birgit möchte gern näher ran

Foto-Stop! An den schönsten Stellen gibt es eine keine Pause. Nix wie raus aus dem Bus und Fotos machen. Aber nicht nur mit der Kamera - wichtig ist auch das Foto im Kopf, denn das nimmt auch das Gefühl, den Wind, den Geruch mit auf - das ist es, was man später Erinnerung nennt.

Klar, dass der Busfahrer die schönsten Ecken kennt, es ist sein täglich Brot. Und wir Touristen profitieren davon, denn ob wir allein diese Stellen gefunden hätten? Wohl kaum. Birgit hat während der Reise die Rolle des Fotografen übernommen. Fast alle Bilder sind von ihr - bis auf die Fotos, auf denen sie selbst zu sehen ist - logisch, gell?

Die Füße im Atlantik - davon hat Birgit immer geträumt
Noch eine Welle ...
Birgit, Heiner und der Atlantik

Bis ans Meer - endlich sind wir am Atlantik. Birgit ist sogar im Atlantik - zumindest mit den Füßen. Und dort hinten, noch hinter dem Horizont liegt Amerika. Denn tatsächlich gibt es von hier bis zur Neuen Welt nur Wasser. Auf dem Weg zurück zum Bus lecke ich mit meiner Zunge über die Lippen und schmecke das Salz des Meeres. Und manchmal schmecke ich es heute noch.

Wir sind in Waterville - sogar Charlie Chaplin war schon hier. Oder Sean Connery, der den hiesigen Golfplatz schätzt. Von ihm stammt der Spruch, dass der Golfplatz von Waterville der einzige der Welt sein, auf dem man in einer Runde alle vier Jahreszeiten erleben könnte. Diese und viele andere Geschichten erfahren wir von unserem Reiseführer. Er erklärt, scherzt und weist uns auf alles Wichtige und Schöne hin. Natürlich spricht er englisch, aber deutlich und nicht zu schnell, so daß man sehr viel verstehen kann. Jetzt nach Ende der Reise habe ich fast das Gefühl, er hätte deutsch gesprochen - so nah ist man der Sprache gekommen - so sehr hat man sie verinnerlicht.

Reiseführer erzählen natürlich sehr viel - das ist ihr Beruf. Wenn sie aber von Kollegen sprechen, kann ich ein Grinsen kaum unterdrücken. Denn jeder hält den anderen für einen Schwätzer. “Der hört sich gern reden” höre ich oft. Dabei steht der eine dem anderen in nichts nach.

Jetzt geht es mit dem Bus den Berg hinauf und schon bald machen wir einen weiteren Stopp. Kamera in die Hand, raus aus dem Bus und und wir sind sprachlos - was für eine Aussicht!

Hinter mir die weite Welt
Steil nach unten in die tosende Brandung
Diese Weite - the sky is the limit Was wäre diese Reise gewesen ohne sie

Der milde Wind treibt die Wolken vor sich her und zerzaust unsere Haare Wir atmen tief durch - diese Luft riecht anders und schmeckt anders, dringt bis in jede Pore des Körpers. Wir geniessen mit allen Sinnen bis es wieder heisst: “Zurück in den Bus.”

Auf der Rückfahrt sehen wir das Meer nicht mehr. Langweile kommt trotzdem nicht auf, denn die Landschaft ist wunderschön - und menschenleer. Obwohl ich sehr weit durch die Täler und auf die sanft ansteigenden Bergehänge sehen kann, fällt mein Blick selten auf ein Haus oder einen Bauernhof. Der Reiseführer erklärt es uns. Irland hat etwa 4 Millionen Einwohner. Davon leben allein etwa 1,5 Millionen in Dublin. (Übrigens: Cork ist die zweitgrößte Stadt Irlands mit 50.000 (!) Einwohnern). Das Land selbst ist daher nur dünn besiedelt.

Und trotz der Schönheit besteht keine Hoffnung, dass sich mehr Menschen ansiedeln werden, schon gar keine junge Familien. Denn wenn Menschen fehlen, fehlen auch Städte und damit Einkaufsmöglichkeiten, Kinos, Diskotheken - sogar der Weg ins nächste Pub ist weit. Und so bleibt dieser und viele andere Landstriche nur für das Auge des Touristen schön und interessant. Für den Iren nicht.

Es gibt soviel zu sehen Dünn besiedelt

Und dann geht die Kamera aus - Akku leer! Kein Wunder, denn die Kamera war fast den ganzen Tag im Standby - immer bereit für neue, tolle Aufnahmen. Macht aber nix, denn wir kehren bald nach Killarney zurück. Dort verbringen wir wieder einen schönen Abend in den Pubs. Und sollten wir nochmal auf die Insel kommen (was wir doch schwer hoffen) dann möchten wir mehr von Killarney sehen.

Und als wir am späten Abend müde und glücklich ins Bett fallen, ist der Akku wieder aufgeladen - bereit für neue Fotos! Und es werden noch viele schöne Aufnahmen folgen. Bestimmt schon morgen, wenn wir nach Dingle aufbrechen.

Der Tag zuvor

Der nächste Tag

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