Tag 1 : Ankunft

Jetzt geht es wirklich los. Vorbei die vielen Vorbereitungen, Planungen und Tagträume. Und ich habe ich mich wirklich ausgiebig auf die Reise vorbereitet. Via Internet und Reiseführer habe ich mich schon mit dem Fahrplan der Dubliner Straßenbahn, mit den beliebsten Pubs und deren Speisekarten und unserer Rundreise bekannt gemacht. Google Earth brachte mich schon mitten in die Dubliner Innenstadt. Und überhaupt: theoretisch wusste ich schon soviel, aber was ist mit der Wirklichkeit?

Und dann ist es endlich soweit: Sonntag, der 2. August 2009 - Tag der Abreise. Wir fliegen mit AIR Lingus direkt ab Frankfurt/main Flughafen. AIR LIngus ist auch recht günstig und wir sparen uns den weiten Weg nach Hahn. In der Zeit sind wir ja schon in Irland! Abflug ist um 10:50 Uhr Ankunft in Dublin -wenn alles klappt- um 11:50 Uhr (wegen der Zeitverschiebung). Schon bei der Fahrt zum Flughafen macht mich der Gedanke, dass ich in ein paar Stunden in einem Pub in Dublin sitze und ein Guinness trinke ganz kribbelig.

Wir verabschieden uns von unseren Kindern, die uns zum Flughafen gebracht haben und checken ein. Das klappt reibungslos, sogar für uns Anfänger kein Problem und so sitzen wir schon bald tatsächlich im Flugzeug. Soweit - so gut!

Hier sitzen wir

Die Bordkarten - für uns nichts alltägliches!

Vor dem Abflug trotz allem noch guter Dinge

Ein komisches Gefühl. Wir sind schon sooo lange nicht mehr geflogen.

Ups! Das ist aber hoch....

Kurz nach dem Start Richtung Wiesbaden/Mainz

Heiner und Birgit auf dem Weg in die große, weite Welt

Tschüß! Macht`s gut! Wir sind dann mal weg!

10000 Meter Höhe sind nicht der natürliche Lebensraum des Menschen

Es ist sehr windig, das Flugzeug ruckelt, die Hände sind feucht, aber die Aussicht ist beeindruckend

Kaum sind wir an Bord sind wir in einer anderen Welt. Es wird nur Englisch gesprochen. Wir stehen zwar noch auf deutschem Boden, aber einz steht jetzt fest: Wir sind schon ein bißchen dort und AIR Lingus ist ja auch eine irische Fluggesellschaft. Also: Ohren auf Englisch-Deutsche Übersetzung stellen. Schnell wird klar, dass man das meiste versteht, wenn auch nicht alles.

Was ich aber gleich verstehe, ist dass das Wetter wohl nicht so toll auf dem Flug seien wird - viel Wind wird erwartet. Na toll! Und dann geht es los. Auf die Startbahn, die Motoren heulen auf, die Maschine beschleunigt - alles ok! Und dann heben wir ab und ich habe sofort ein seltsames Gefühl. Was mache ich hier? Birgit geht es ähnlich. Ich schaue aus dem Fenster, versuche zu erkennen, wo wir sind. Ja, wir fliegen über Wiesbaden/Mainz - toll, dass alles von oben zu sehen. Ach ja, oben! Das mulmige Gefühl wird immer stärker. Ja, es ist Routine - ich weiss. Aber das nutzt erstmal nix. Wir sind schon so lange nicht geflogen.

Die Maschine ist unruhig und über Holland wird es richtig wackelig. Das “Fasten seat bells” - Schild brennt die ganze Zeit. Erst hinter Holland erlischt es und der Service beginnt. Ich kaufe nichts - kann mich nicht daruf konzentrieren. Es ist ein Abenteuer für mich. Birgit fühlt das genauso. Für viele Menschen nichts besonderes, alltäglich. Aber ich bin beeindruckt, angespannt, fasziniert, ängstlich - alles zusammen.

Langsam weicht die ganz große Anspannung. Als wir über die See fliegen, kann man die Schiffe sehen, wie sie ihre Bahnen ziehen, auch Bohrinseln, Küsten und Strände. Die Zeit vergeht nicht schnell aber doch. Und dann kommt die Insel in Sicht. Irland! Das “Fasten seat bells” - Schild leuchtet wieder. Wir sind im Landeanflug und ich entspanne mich fast schlagartig.

Landung! Wir sind da! Wir sind wirklich da!

St. Kevin gründete das berühmte Kloster von Glendalough , ganz in der Nöhe von Dublin. Soll sehr schön dort sein, haben es aber nicht geschafft, dorthin zu fahren

St. Kevin hat uns sicher nach Dublin gebracht

IBIS - Hotel in Dublin, das war eine sehr gute Wahl, sauber und preiswert, ideal für eine Städtereise

Mit dem Taxi vom Flughafen ins Hotel, schnell eingecheckt und dann geht es los! Dublin, wir kommen!

Alles sehr ordentlich und einladend  - eine angenehme Fahrt ins Zentrum
Alle offiziellen Schilder in Irland sind zweisprachig - erst gälisch (oder man kann auch irisch sagen) und dann englisch

Unsere Haltestelle, nur wenige Minuten vom Hotel entfernt

Ein Einzelticket kostet 1,80, ein Tagesticket 5,30, allerdings nur gültig in den zwei Linien der Straßenbahn, nicht gültig für die Busse

Mit der modernen Straßenbahn geht es bequem alle 10 Minuten in einer Viertelstunde in die Innenstadt

Alles eine Frage der Planung. Beim buchen stellte sich die Frage, welches Hotel wir in Dublin beziehen, zumal die Zimmer in Dublin teuer sind. Da hatte ich eine richtig gute Idee: Wenn wir in Köln beim Karneval übernachten, steigen wir im IBIS ab. Gibt es vielleicht ein IBIS in Dublin?

Tatsächlich! Und mit dem guten Preis-/Leistungsverhältnis wie wir es von IBIS gewohnt sind. Und das tollste: Quer über die Straße ist eine Straßenbahnhaltestelle. Wenn das keine glückliche Fügung ist... Mit dem öffentlichen Nahverkehr ist das nämlich in Dublin so eine Sache. Sicher es gibt Busse, aber das Tarifsystem ist recht unübersichtlich. Man nennt dem Busfahrer sein Ziel, der nennt den Preis und man bezahlt abgezählt, denn Wechselgeld gibt es nicht.

Sorry, aber das ist mir als Touristanfänger einfach zu kompliziert. Deshalb kommt die Straßenbahn wie gerufen. Da kann ich mein Ticket am Automaten lösen - unkompliziert. Interessant: Es gibt nur zwei Linien in Dublin und die sind noch nicht einmal miteinander verbunden. Aber das ist für uns kein Nachteil: Für die schnelle Fahrt in die Innenstadt ist die Luas einfach ideal. Luas heisst die Straßenbahn, wird wie “Louis” ausgesprochen. Nix wie rein, es ist früher Sonntagnachmittag und Dublin wartet auf uns.

Und so findet man es überall in Irland, mit vielen Abweichungen und Variationen, aber immer urgemütlich

Die Theke im “Slattery” - so typisch wie man es sich vorstellt

Die ersten Eindrücke - unzählige werden noch folgen

Wir sind wirklich da. Heute vormittag waren wir noch zuhause und jetzt hier. Unglaublich!

Gehobene Preise, aber auch gute Qualitätt.

Unsere erste Rechnung

Wir sind durstig und hunrig - also nicht lange suchen, erstmal stärken

 Das erste Pub: Slatterys

Das erste Guinness auf irischem Boden

Ist es nicht verlockend? Wenn ich diese Bild sehe, habe ich den Geschmack wieder auf der Zunge!

Wir steigen mitten in der City aus und es pulsiert das Leben. Sonntagnachmittag, aber die Läden, Geschäfte und Einkaufszentren ps haben geöffnet und die Iren sind auf Shopping-Tour. Wir haben aber erstmal Durst und Hunger. Wir entschliessen uns nicht lange nach einem Pub zu suchen. Wir finden das “Slatterys” einladend -also nix wie rein. Es ist nicht viel los und wir können uns einen schönen Platz aussuchen mit Blick über die ganze Kneipe.

 Ich hatte im Vorfeld schon viel gelesen, deshalb wusste ich: Im Pub herrscht Selbstbedienung. Ich an die Theke und bestelle zum ersten Mal “Two pints of Guinness, please”. Die Barfrau schaut mich freundlich an und hat mich sogar verstanden. Sie zapft das Guinness aber nicht in einem Zug. Etwa dreiviertelvoll, dann wird das Glas sichtbar für den Gast auf dem Tresen abgestellt. Nachdem es etwas gewachsen ist, füllt sie den Rest auf und präsentiert mir zwei herrliche Pints. Ich zahle bar an der Theke.

Zurück an unseren Tisch und jetzt der erste Schluck! Wunderbar! Wunderbar! Ein Traum ist wahrgeworden. 

In Reiseführern, in Reiseberichten oder auch im Gespräch mit Freunden und Bekannten erfährt man viel im voraus über Land und Leute. Aber manches davon ist auch nur eine Legende. und wir sind jetzt in der Lage, diese Legenden selbst zu überprüfen. Die erste Legende erleben wir genau in diesem Moment: Das Guinness in Irland schmeckt nicht anderes als in Deutschland. Punktum! Du kannst mir glauben: Ich habe eine umfangreiche Testreihe gemacht und komme zu dem Ergebnis: Guinness in Irland schmeckt genauso wunderbar wie in einem deutschen Pub. Das auf der spirituellen Ebene einem Schluck Guinness direkt in Dublin eine besondere Beutung zukommt, ist natürlich unbestritten.

Und gleich ist die nächste Legende fällig: In Pubs ist immer Selbstbedienung. Ich bin nach dem ersten Guinness schon richtig mutig und spreche die Barfrau an. Ich erzähle ihr woher wir kommen und möchte von ihr wissen, wie es denn so ist mit dem Bestellen von Getränken und Essen und dem Bezahlen und was man sonst noch so wissen muss. Freundlich informiert sie uns Touristen. Und so geht`s: Getränke werden direkt an der Theke bestellt, bezahlt und abgeholt. Bestellt man aber etwas zu Essen, ist es von diesem Moment an wie bei uns zuhause: man wird bedient (auch die Getränke) und zahlt erst am Schluß die ganze Rechnung. Alles klar?

Ich finde diese Regelung richtig gut. Will ich nur etwas trinken, hole ich mir mein Guinness, Bulmers oder Carlsberg, zahle, trinke und kann einfach gehen - oder mir noch einen Drink holen...

Wir haben dann erstmal genug und wollen endlich auf die Straßen von Dublin.

Schon seltsam eine deutsche Marke in Dublin zu sehen

Richtig gesehen: In Dublin gibt es viele Spar-Läden

Typisch irisch: Farbenfrohe Türen

Das Schild verspricht eine günstige Unterkunft mitten in Dublin - ein Hostel eher für junge Leute

Tolles Bild - könnte doch wirklich eine Postkarte sein
"Dirty old town" heisst ein weltbrühmtes Lied über Dublin, ganz unrecht hat es nicht wie wir noch sehen werden, aber es hat auch umso mehr wunderschöne Ecken

Dublin heisst seine Gäste willkommen - ein Gefühl das uns alle Tage begleitet. Die Iren freuen sich auf ihre Gäste. Das spürt man überall.

Das Grand Central - wahrscheinlich mal ein Hotel

Und dann hören wir Livemusik, Menschen singen und lachen - sofort sind wir drin

Dublin am frühen Sonntagabend, singen, lachen diskutieren oder einfach nur zuhören

Mit einer Gitarre und seiner Stimme reisst ein Mann das ganze Pub mit

Prachtvoller Blumenschmuck vor einer Kirche

Schmeckt nicht zu süß, ist erfrischend und hat einen Alkoholgehalt wie Bier

Gleich am ersten Tag machen wir eine große Entdeckung: Bulmers Pear Cider

Eine völlig entspannte Stimmung am frühen Sonntagabend. Ein Mann spielt auf der Gitarre, klettert über Tische und Theken und animiert zum Mitsingen. Und das tun viele. Andere diskutieren über das große Gälic-Football-Spiel, dass heute in Dublin stattfand. Ein älteres Eheparr sitzt uns gegenüber am Tisch und sdagt gar nix. Der Mann trinkt ein Guinness, seine Frau nichts. Sie sitzen da und hören einfach nur zu. Sie strahlen eine Ruhe und Gelassenheit aus, wie wir sie in den nächsten Tagen immer wieder in Irland finden.

Der Sänger singt traditionelles wie den “Irish Rover” und danach REM`s “Loosing my religion”. Als er “With or without you” von U2 anstimmt, singen alle mit. Und ich werde auch so entspannt und gelassen, wie das Ehepaar gegenüber.

Jetzt bin ich wirklich da.

Wir fahren irgendwann zurück ins Hotel. Was für einTag! Und morgen kommt ein Neuer. Gut, dass wir so müde sind, sonst könnten wir es gar nicht erwarten, dass die Sonne wieder aufgeht.

Der Plan

Der nächste Tag

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