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Wir steigen mitten in der City aus und es pulsiert das Leben. Sonntagnachmittag, aber die Läden, Geschäfte und Einkaufszentren ps haben geöffnet und die Iren sind auf Shopping-Tour. Wir haben aber erstmal Durst und Hunger. Wir entschliessen uns nicht lange nach einem Pub zu suchen. Wir finden das “Slatterys” einladend -also nix wie rein. Es ist nicht viel los und wir können uns einen schönen Platz aussuchen mit Blick über die ganze Kneipe.
Ich hatte im Vorfeld schon viel gelesen, deshalb wusste ich: Im Pub herrscht Selbstbedienung. Ich an die Theke und bestelle zum ersten Mal “Two pints of Guinness, please”. Die Barfrau schaut mich freundlich an und hat mich sogar verstanden. Sie zapft das Guinness aber nicht in einem Zug. Etwa dreiviertelvoll, dann wird das Glas sichtbar für den Gast auf dem Tresen abgestellt. Nachdem es etwas gewachsen ist, füllt sie den Rest auf und präsentiert mir zwei herrliche Pints. Ich zahle bar an der Theke.
Zurück an unseren Tisch und jetzt der erste Schluck! Wunderbar! Wunderbar! Ein Traum ist wahrgeworden.
In Reiseführern, in Reiseberichten oder auch im Gespräch mit Freunden und Bekannten erfährt man viel im voraus über Land und Leute. Aber manches davon ist auch nur eine Legende. und wir sind jetzt in der Lage, diese Legenden selbst zu überprüfen. Die erste Legende erleben wir genau in diesem Moment: Das Guinness in Irland schmeckt nicht anderes als in Deutschland. Punktum! Du kannst mir glauben: Ich habe eine umfangreiche Testreihe gemacht und komme zu dem Ergebnis: Guinness in Irland schmeckt genauso wunderbar wie in einem deutschen Pub. Das auf der spirituellen Ebene einem Schluck Guinness direkt in Dublin eine besondere Beutung zukommt, ist natürlich unbestritten.
Und gleich ist die nächste Legende fällig: In Pubs ist immer Selbstbedienung. Ich bin nach dem ersten Guinness schon richtig mutig und spreche die Barfrau an. Ich erzähle ihr woher wir kommen und möchte von ihr wissen, wie es denn so ist mit dem Bestellen von Getränken und Essen und dem Bezahlen und was man sonst noch so wissen muss. Freundlich informiert sie uns Touristen. Und so geht`s: Getränke werden direkt an der Theke bestellt, bezahlt und abgeholt. Bestellt man aber etwas zu Essen, ist es von diesem Moment an wie bei uns zuhause: man wird bedient (auch die Getränke) und zahlt erst am Schluß die ganze Rechnung. Alles klar?
Ich finde diese Regelung richtig gut. Will ich nur etwas trinken, hole ich mir mein Guinness, Bulmers oder Carlsberg, zahle, trinke und kann einfach gehen - oder mir noch einen Drink holen...
Wir haben dann erstmal genug und wollen endlich auf die Straßen von Dublin.
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